Wasserstoff-Revolution könnte dafür sorgen, dass wir ab 2050 komplett ohne Öl leben

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Wasserstoff-Revolution könnte dafür sorgen, dass wir ab 2050 komplett ohne Öl leben

Veröffentlicht von Administrator in Öffentliches Leben · 6 Februar 2020
Tags: WasserstoffRevolution2050Zukunft
Den Klimawandel stoppen und damit verbunden die Energiewende sind große Ziele der Bundesregierung.
Eine wichtige Rolle soll dabei Wasserstoff spielen.
In einem Entwurf des Wirtschaftsministeriums um Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu einer „Nationalen Wasserstoffstrategie“ heißt es, CO2-freiem Wasserstoff komme eine „zentrale Rolle“ bei der Energiewende zu.
Die Rahmenbedingungen für die Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff sollen verbessert, die notwendige Versorgungsstrukturen aufgebaut und Forschung und Innovationen vorangebracht werden.
Auch auf EU-Ebene ist man dieser Meinung.
Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, sagte jüngst dem „Handelsblatt“, Europa könne mit einer wasserstoffbasierten Wirtschaft weltweit führend werden.
Dabei geht es auch, aber eben nicht nur um wasserstoffbasierte Antriebe von Fahrzeugen, die zumeist in dem Zusammenhang diskutiert werden.
„Bei der Mobilität wird eine Lösung mit Wasserstoff als erstes umgesetzt werden können“, sagt Detlef Stolten, Leiter des Instituts für Elektrochemische Verfahrenstechnik im Forschungszentrum Jülich,  gegenüber Business Insider.
Schon heute gibt es mit der Brennstoffzelle einen konkurrenzfähigen Antrieb gegenüber Verbrennungsmotoren.
Vor Steuer, Gebühren und Umlagen liege der Preis für eine Kilowattstunde Wasserstoff laut Stolten derzeit bei zwei Cent.
   
Bei Benzin und Diesel seien es acht Cent je Kilowattstunde.
„Da der Well-to-Wheel-Wirkungsgrad von Wasserstoff etwa doppelt so hoch ist wie der von Diesel und Benzin, ist der Vergleichswert sogar 16 Cent“, sagt Stolten.
Kritiker weisen allerdings auf starke Verluste in der aktuellen Wasserstofflieferkette hin.
   
So sagte Maximilian Fichtner, Professor für Festkörperchemie an der Universität Ulm im November gegenüber der „Wirtschaftswoche„, dass bereits bei der Entstehung des Wasserstoff 40 Prozent Wirkungsgrad verloren gingen.
„Danach muss der Wasserstoff für den Transport sehr stark komprimiert werden, wobei weitere 20 Prozent der Energie verloren gehen, die man ja zum Fahren nutzen möchte.
An der Tankstelle verliert man noch einmal 30 bis 50 Prozent der Energie“, sagt Fichtner in dem Gespräch.
   
Tatsächlich, so Stolten, gibt es derzeit noch Verluste in der Lieferkette.
„Allerdings nutzt man für die aktuelle Verteilung eine Infrastruktur, die in naher Zukunft durch bessere Modelle abgelöst wird“, sagt er.
   
Heute wird der Wasserstoff komprimiert und per Diesel-Lastwagen an die Tankstellen geliefert, was in der Energiebilanz ins Kontor schlägt.
Künftig lasse sich der Wasserstoff mit beispielsweise mit Pipelines transportieren, wodurch kaum Verluste auftreten dürften.
Neben Mobilität und Industrie sind die Haushalte der dritte große Punkt beim Verbrauch.
Allerdings wird Wasserstoff dort wohl nur eine vergleichsweise kleine Rolle spielen, sagt Stolten.
„Es gibt mit Fotovoltaik, Geothermie oder Wärmepumpen bereits etablierte Alternativen“, erklärt er.
„In jedem Bereich ist es extrem wichtig, dass eine Wasserstoff-Lösung nicht teurer ist als die bestehende Technologie.“
Dafür spielt die Nutzung von überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle.
   
Ein wichtiger Punkt ist auch die Speichermöglichkeit von grünem Wasserstoff.
Wie Detlef Stolten sagt, eignen sich beispielsweise unterirdische Salzkavernen für die Speicherung von großen Mengen Wasserstoff.
Dies ist besonders wichtig, da erneuerbare Energien saisonal schwanken.
„Gibt es in den Sommermonaten mehr Solarstrom als nötig, gibt es in den Wintermonaten vergleichsweise wenig.
Bei der Windenergie ist es entsprechend andersherum“, sagt Ludwig Jörissen.
   
Darum sei es wichtig, die überschüssige Energie speichern zu können.
„Dass es mitunter einen oder wenige Tage gibt, an denen wenig Strom mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, weiß man mittlerweile“, erklärt auch Detlef Stolten.
„Allerdings gibt es auch Flauten, die über einen längeren Zeitraum anhalten, daher muss man den Stromverbraucht von etwa zwei Wochen zugriffsbereit haben.“
   
Um den benötigten Bedarf einer Wirtschaft zu decken, die komplett auf fossile Brennstoffe verzichtet, würden 12 Millionen Tonnen Wasserstoff benötigt, so Stolten.
Laut einer Studie des Forschungszentrums Jülich könnte die Hälfte davon in Deutschland aus überschüssigen Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugt werden.
Die andere Hälfte müsse importiert werden, sagt Stolten. Windreiche Länder wie Island, Nordirland oder Norwegen, sowie sonnenreiche Länder wie Saudi-Arabien, der Oman oder Chile seien dafür geeignet.
Dort würden Anlagen ausschließlich zur Wasserstoffherstellung in Betrieb sein.
Regelmäßige Sonne und regelmäßiger Wind lassen in diesen Staaten die erzeugte Energie genauer vorhersagen.





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