Thüringer Automobilzulieferer setzen auf Brennstoffzellen

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Thüringer Automobilzulieferer setzen auf Brennstoffzellen

Veröffentlicht von Administrator in Wirtschaft · 15 März 2020
Tags: EnergiewendeWasserstoffH2Zukunftsmobilität
Thüringens Automobilzulieferer sind bereit für die Zukunft - und die heißt Wasserstoff in Brennstoffzellen. So der Tenor auf dem Branchentreffen am Mittwoch in Erfurt. 20 "Automotive"-Vertreter waren gekommen - 20 von immerhin 500 Unternehmen mit gut 5.000 Beschäftigten im Freistaat.
Die hiesigen Zulieferer sind an der Technologiewende hin zum batterieelektrischen Antrieb längst beteiligt. Doch der hat aus der Sicht vieler Unternehmer eben auch seine Schwächen: geringe Reichweite und eine lange Ladezeit. Schwächen, die auch die Durchschlagskraft bei den Verbrauchern verhindern. Aber auch technologisch ist der rein batterieelektrische Antrieb für viele maximal eine Übergangslösung, wenn nicht gar eine Einbahnstraße.

Wasserstoff schlägt Strom
Zum Beispiel für Hubert Singer. Er arbeitet als Chefentwickler für FEUER Powertrain in Nordhausen, einem Experten für Kurbelwellen.
Damit stehen eigentlich konventionelle Verbrennungsmotoren im Fokus des Unternehmens, aber in der jüngsten Vergangenheit hat man sich hier auch mit E-Achsen beschäftigt. Darin sind Elektromotor, Getriebe, Leistungselektronik und Achse kompakt untergebracht. Das Projekt wurde aber wieder fallengelassen, weil es sich mangels Marktnachfrage nicht gerechnet hätte. Singer will nun einen Schritt weiter gehen. Die Brennstoffzelle in Verbindung mit Wasserstoff löst aus seiner Sicht so manches technologisches Zukunftsproblem. "Die reine E-Mobilität ist für mich keine hundertprozentige Lösung für die Umweltprobleme, die wir vor uns haben. Ich denke, dass Wasserstoff eine Alternative ist. Der hat ja den Riesenvorteil, dass man ihn speichern kann. Denn das kann ich momentan ja bei grünem Strom nicht."

Brennstoffzellen ermöglichen nachhaltige Planung
Die Branche will nachhaltig planen. Mit Brennstoffzellen wäre das zu machen. Denn der Wasserstoff, der in den Brennstoffzellen verbrannt wird, lässt sich mit Strom aus erneuerbaren Energien herstellen. Damit ließen sich Probleme wie Speicherung von Überkapazitäten und Stromtransport über große Entfernungen lösen. Von der flächendeckenden Versorgung mit Wasserstoff ist Deutschland aber weit entfernt.
In Thüringen gibt es dafür nur eine Tankstelle. Die steht in Sonneberg, ist aber derzeit nur Firmenfahrzeugen vorbehalten. Der Aufbau eines bundesweites Leitungssystems würde Jahrzehnte dauern. Das gibt auch Wasserstoff-Experte Michael Singer von der Thüringer Energie AG zu. Auch sein Unternehmen sieht ein riesiges Potenzial im Wasserstoff, zumal die weltweiten Emissions-Richtlinien quasi keine Alternative zulassen. Ungeklärt ist aber noch, woher der benötigte Wasserstoff kommen soll. Bislang wird er noch aus Erdgas gewonnen. Will man aber eine möglichst grüne Produktionskette, dann kann das Gas nur durch Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Damit ließe sich Ökostrom auch gut speichern und transportieren. Doch noch fehlt die Infrastruktur im globalen Maßstab sowohl für die Herstellung als auch die Verteilung. Von den hohen Kosten mal abgesehen und einem geringen Wirkungsgrad von 70 Prozent, wenn mit Ökostrom Wasserstoff hergestellt wird.

Jetzt für die Zukunft planen
Auch die Brennstoffzellen selbst sind immer noch sehr teuer. Rico Chmelik vom Thüringer Branchenverband der Automobilzulieferer ficht das nicht an. Wie viele seiner Mitstreiter denkt er in längeren Zeiträumen. "Sicher, die Wasserstofftechnologie ist noch kostenintensiv. Aber wenn wir wissen, dass es in 10 oder 15 Jahren zu einer echten marktfähigen Alternative wird, dann sagen wir eben, wir kümmern uns jetzt darum und nicht erst in zehn Jahren. Denn dann sind die Züge abgefahren und die Messen gesungen."
Wie es grundsätzlich mit dem Thema weiter geht, hängt auch von der seit Monaten angekündigten Nationalen Wasserstoffstrategie des Bundes ab. Mit viel Glück ist die endlich da, wenn die Auto-Unternehmer im Herbst an der zweiten Wasserstoffkonferenz in Eisenach teilnehmen.

Weitere Infos und Videos zum Thema >>hier<<
Quelle: mdr.de



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