Jungfernflug für erstes Brennstoffzellen-Flugzeug in Großbritannien

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Jungfernflug für erstes Brennstoffzellen-Flugzeug in Großbritannien

Auch wenn der Elektroflug innerhalb der Luftfahrt-Community noch auf viel Skepsis stößt, kann er doch kontinuierlich Fortschritte vorweisen. Nachdem das Start-up-Unternehmen ZeroAvia aus Hollister im US-Bundesstaat Kalifornien bereits seit Februar 2019 seinen Brennstoffzellenantrieb an Bord einer Piper PA-46 Matrix in Kalifornien erprobt, hat es nun auch einen ersten Flug seines verbesserten Antriebs in Europa erfolgreich absolviert.
Am 19. Juni rollte die Piper PA-46-350 Malibu mit dem Kennzeichen N866LP zur Piste 21 des Flugplatzes Cranfield und startete zu einer ausgedehnten Platzrunde. Anstelle des Lycoming- TIO-540- Sechszylindermotors drehte ein Elektromotor, der seine Energie von einer Brennstoffzelle erhielt, den Dreiblattpropeller des 1997 gebauten, sechssitzigen Flugzeugs. Trotz der Ausgangsbeschränkungen in Großbritannien aufgrund der Covid-19-Epidemie habe es nur geringe Verzögerungen beim Projekt gegeben, so ZeroAvia. Die Wasserstoff-Tankstelle am Platz sei pünktlich fertig geworden und mehrere simulierte Langstreckenflüge haben absolviert werden können.

HyFlyer wird von der Regierung gefördert
ZeroAvia ist Teil des von der britischen Regierung geförderten Projekts HyFlyer, das das Ziel verfolgt, Luftfahrt ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen. In dem Projekt sind neben ZeroAvia und verschiedenen Forschungsinstituten auch EMEC Hydrogen (European Marine Energy Centre) und der Brennstoffzellen-Zulieferer Intelligent Energy beteiligt.
Val Miftakhov, der Gründer und Hauptgeschäftsführer von ZeroAvia, sagte: „Der heutige Flug ist ein weiterer Meilenstein einer ganzen Serie, die uns der Realisierung des emissionsfreien Fliegens näherbringen. Wir alle wollen, dass die Industrie nach der Pandemie schnell wieder auf die Beine kommt, um mit Hilfe eines grünen Wiederaufschwungs zu einer emissionsfreien Zukunft kommt. Dies wird aber nicht möglich sein ohne realistische, wirtschaftliche Optionen für emissionfreies Fliegen. Wir ermöglichen dies bereits ab 2023.“
Als nächstes Zwischenziel des Projekts HyFlyer ist ein 250 bis 300 nautische Meilen (460 bis 555 Kilometer) langer Flug von den Orkney-Inseln ­– wo EMEC beheimatet ist ­– geplant. Dieser Flug soll noch in diesem Sommer stattfinden.

Langstreckenflug in diesem Sommer
Ab 2023 will ZeroAvia sein Antriebssystem für 10- bis 20-sitzige Regionalflugzeuge mit einer Reichweite von 500 nautischen Meilen (926 Kilometer) anbieten. Der Brennstoffzellen-Antrieb ermöglicht emissionsfreies Fliegen, das nicht nur leiser ist als das Fliegen mit Verbrennungsmotoren, sondern auch rund 50 Prozent günstiger. Wenn der Wasserstoff für die Brennstoffzelle auch noch mit erneuerbaren Energien gewonnen wird, ist diese Art des Transports sogar komplett CO2-neutral.
ZeroAvia geht davon aus, dass die Technologie bis Ende dieses Jahrzehnts in 50- bis 100-sitzigen Flugzeugen zum Einsatz kommen kann, und dass Brennstoffzellenantriebe für 200-sitzige Flugzeuge mit einer Reichweite von über 3.000 nautische Meilen bis 2040 zur Verfügung stehen.
Die Firma sieht in der Brennstoffzellen-Technologie aufgrund ihres günstigeren Energie-Gewichts-Verhältnisses ein größeres Potenzial als in batteriebetriebenen Elektrofluggeräten.





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