Im ÖPNV in Niedersachsen fahren noch viele Dieselzüge auf Elektrostrecken

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Im ÖPNV in Niedersachsen fahren noch viele Dieselzüge auf Elektrostrecken

Allein die Bahntochter DB Regio leistet auf elektrifizierten Abschnitten monatlich 47 500 Zugkilometer mit Dieselfahrzeugen ab. Das ergibt sich aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler aus Hannover. „Dass jedes Jahr tausende Dieselzüge auf Strecken in Niedersachsen unterwegs sind, die elektrifiziert sind, ist klimapolitisch vollkommen absurd“, kritisiert der Grünen-Parlamentarier. Daher müsse man alle Ausschreibungen verpflichtend auf nachhaltige Antriebsarten ausrichten, fordert Kindler. „Nicht das billigste, sondern das klimaschonendste Angebot muss den Zuschlag erhalten.“

Umsteigen vermeiden
Laut Bahn sind die angegebenen Abschnitte tatsächlich elektrifiziert, die Laufwege der Linien würden dann aber weiter über stromlose Trassen zum Ziel führen. Und da wolle man die Kunden nicht zum Umsteigen und Zugwechsel zwingen. Betroffen sind vor allem die vier DB-Regio-Verbindungen, die den Süden Niedersachsens, aber auch den Westen Thüringens an den Bahn-Knoten Göttingen anbinden.
  • RB 80 von Göttingen nach Northeim ist elektrifiziert, ab da geht es aber ohne Oberleitungen nach Nordhausen in Thüringen weiter.
  • RB 82 von Göttingen nach Bad Harzburg, wo es nur bis Kreiensen Strom gibt.
  • RB 86 von Göttingen nach Einbeck, diese ist bis Salzderhelden elektrifiziert, auf dem nur wenige Kilometer langen und erst Ende 2018 reaktivierten Anschluss von dort nach Einbeck fehlt der Strom.
  • RE 1 von Göttingen über Erfurt nach Sachsen, Oberleitungen existieren nur bis Leinefelde in Nordthüringen. Bis Gotha ist die Strecke nicht elektrifiziert. Das gilt auch für einen Großteil des weiteren Fahrwegs ab Weimar in Richtung Sachsen.
  • Die Privatbahn Erixx fährt mit Dieselzügen ebenfalls teilweise auf Elektrostrecken, so zwischen Hannover nach Hildesheim auf dem Weg nach Goslar und Bad Harzburg.

Klimafreundliche Antriebskonzepte
Fehlende Stromanschlüssse dürften kein Argument für klimaschädliche Loks sein, finden die Grünen. Zwar sei es nicht wirtschaftlich, das gesamte Schienennetz zu elektrifizieren, sagt Kindler. „Aber auch Wasserstoff-Züge und andere alternative, klimaneutrale Antriebskonzepte sind Teil einer nachhaltigen Verkehrswende auf der Schiene. Schmutzige Dieselloks sind es nicht.“

Keine Dieselloks mehr
Die LNVG sieht das längst genauso. Man werde keine neuen Diesel-Fahrzeuge mehr anschaffen, kündigt das Unternehmen an. Ab Anfang 2022 würden auf den Strecken zwischen Bremervörde, Bremerhaven und Cuxhaven alle 15 Dieseltriebwagen durch emissionsfreie Wasserstoff-Fahrzeuge ersetzt. Bei anderen Strecken, die nicht langfristig elektrifiziert würden, suche man nach sauberen Alternativen. Auch Akku-Züge seien im Gespräch. „Batterietechnik wäre vor allem für Netze interessant, in denen nur kurze Oberleitungslücken überbrückt werden müssen.“ So ein Einsatz wäre zwischen Einbeck und Salzderhelden denkbar.


Quelle: hna.de



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