Grüner Wasserstoff: Klimaschutz durch Innovationen

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Grüner Wasserstoff: Klimaschutz durch Innovationen

Veröffentlicht von Administrator in Politik · 10 März 2020
Tags: Anja_KarliczekEnergiewendeWasserstoffwirtschaftH2Zeroemission
Es gilt das gesprochene Wort.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Die Themen Energie, Klima und Nachhaltigkeit sind spätestens im zurückliegenden Jahr wieder ganz oben auf der politischen Agenda unseres Landes angekommen. Der Klimawandel macht sich überall auf der Welt bemerkbar. Erst am Freitag hat mir der Leiter unserer Arktisexpedition MOSAIC aus erster Hand berichtet, wie gravierend die Folgen des Klimawandels in der Polarregion zu spüren sind. Die Entwicklungen in der Arktis sind wie unter dem Brennglas sichtbar – Entwicklungen, die die ganze Welt verändern werden. Der Druck steigt weltweit, stärkere Maßnahmen zu ergreifen. Das Ziel muss eine nachhaltige Wirtschaftsweise sein. Dafür brauchen wir viel politische Kraft und vor allem: Energie. Und hier sind wir im Herzen Ihrer heutigen Veranstaltung angekommen. Denn jetzt gilt es den Übergang hin zu einer nachhaltigen, sicheren und vor allem bezahlbaren Energieversorgung der Zukunft zu organisieren.

Was folgt daraus für unser Innovationsland Deutschland?
Bei der Energieversorgung ist jedem Bürger klar: Wer aus Atomkraft und Kohleverstromung aussteigt, der muss in nachhaltige Alternativen auch konsequent einsteigen. Und genau darum geht es jetzt, wenn wir am kommenden Mittwoch im Kabinett die Nationale Wasserstoffstrategie beschließen. Ich arbeite dafür, dass wir einen ambitionierten, großen Aufschlag hinbekommen.
Ich bin der festen Überzeugung: Der Markt wird es alleine in der notwendigen Geschwindigkeit nicht richten. Wir brauchen eine starke Führung auf dem Weg hin zu einer grünen Wasserstoffwirtschaft. Und deshalb kämpfe ich derzeit für eine grüne Wasserstoff-Taskforce, die die Beschlüsse des geplanten Wasserstoffrates mit ganzer Kraft umsetzt.
Das Ziel ist klar: Wir müssen weltweit Vorreiter werden beim Einstieg in die grüne Wasserstoffwirtschaft. Innovationen sind hierzu der Schlüssel. Und dazu gehört auch, dass wir jetzt das Riesenpotential vom Grünen Wasserstoff nutzen, um unter anderem hochwertige, neue Arbeitsplätze in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen entstehen zu lassen. Und weil das Thema Grüner Wasserstoff als Energie der Zukunft so wichtig ist, freue ich mich umso mehr darüber, dass Sie heute hier in diesem Rahmen die Gelegenheit nutzen, die großen Chancen dieses Zukunftsfeldes zu diskutieren.

Warum gehört die Zukunft dem Grünen Wasserstoff?
Das hat drei Gründe:
Wir können damit Erneuerbare Energie importieren.
Wir können ihn auf ganz viele verschiedene Arten einsetzen.
Wir stärken mit Grünem Wasserstoff den Industriestandort Deutschland.
Deutschland hat nicht genügend Erneuerbare Energien, um den eigenen Bedarf zu decken.
Wasserstoff bietet uns die Möglichkeit, erneuerbar erzeugte Energie zu importieren - aus Afrika und aus Australien. Der Grüne Wasserstoff vereinfacht uns aber nicht nur den Transport von sauberer Energie. Wir können ihn auch auf viele verschiedene Arten einsetzen! Grüner Wasserstoff ermöglicht uns so, unsere Industrie, unseren Verkehr, unsere Wärmeversorgung und unseren Strom auf Erneuerbare Energien umzustellen. Und vor allem stärken wir mit grünem Wasserstoff auch den Industriestandort Deutschland! Denn wir wollen Deutschland als Stahl- und Chemiestandort erhalten. Dafür müssen wir grünen Wasserstoff in großen Mengen an unsere Werkstore bringen. In unseren Stahl- und Chemiewerken hat er den größten Klimaeffekt.
Grüner Wasserstoff ist: gut für sauberen Strom, gut für die Sektorenkopplung und gut für das Innovationsland Deutschland. Wenn wir Wasserstoff grün, global und groß denken, werden wir damit Erfolg haben. Davon bin ich überzeugt. Nun brauchen wir einen klaren Fahrplan, um den Umstieg in allen Sektoren klug zu gestalten.

Was tut das BMBF?
Zunächst erheben wir in einem Potentialatlas mit Afrika, an welchen Standorten wir den grünen Wasserstoff am besten produzieren können.
Der Atlas ist die Basis, darauf bauen wir auf. Mit lokalen und regionalen Konzepte wollen wir eine „Wasserstoffunion Westafrika“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickeln. Diese internationalen Forschungskooperationen mit Afrika und auch mit Australien sind wichtig als Türöffner.
So entstehen vertrauensvolle Partnerschaften mit den zukünftigen Wasserstofferzeugern. Partnerschaften auf Augenhöhe. Eine Win-Win-Situation.
Denn gleichzeitig schaffen wir damit einen Zugang für deutsche Anlagenbauer. Wir können unsere Technologie exportieren.
Deutsche Unternehmen sind spitze beim Grünen Wasserstoff. Jeder fünfte Elektrolyseur zur Wasserstofferzeugung kommt schon heute aus Deutschland. Wenn wir diesen Marktanteil halten, könnten bis 2050 bis zu 470.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Die technologische Souveränität ist unser großer Wettbewerbsvorteil.
Das Ziel unserer Forschung ist, die Ergebnisse auch in der Realität zu nutzen. Dafür brauchen wir eine Regulierung, die Innovationen unterstützt. Wasserstoff ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir mit Ordnungsrecht klimafreundliche Technologien fördern können.
Es geht dabei nicht nur um die EEG-Umlage, sondern auch um Netzentgelte oder die Stromsteuer. Wasserstoff mit erneuerbaren Energien in Deutschland zu produzieren, kostet derzeit etwa 6 bis 8 Euro pro Kilo. Wir könnten diese Kosten schnell auf 3 bis 4 Euro pro Kilo senken.
Mit einer innovationsfreundlicheren Regulierung. Um es nochmal ganz deutlich zu sagen: Umlagen und Abgaben dürfen kein Unternehmen davon abhalten, den Schritt in Richtung Grüner Wasserstoff gehen zu können. Damit wir den Wasserstoff erzeugen, speichern, transportieren, verteilen und nutzen können. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Grundlage einer jeden Innovation ist Wissen.
Anja Karliczek
Und hierfür braucht es eine leistungsstarke Forschung; eine leistungsfähige Wissenschaft.
Wir wollen Klimaschutztechnologie „Made in Germany“ zu einer globalen Marke machen.
Die Energieforschung ist hierfür unser zentraler Impulsgeber!
Das BMBF ist in der Energieforschung seit Jahren aktiv:
Mit Carbon2Chem machen wir die energieintensiven Industrien fit für die Zukunft – weil sie sauberer produzieren.
Mit den Kopernikus-Projekten erforschen wir, wie die Sektorenkopplung sinnvoll und effektiv funktioniert.
Mit dem Projekt NaMoSyn zeigen wir, wie die Mobilität der Zukunft mit synthetischen Kraftstoffen aussehen kann. Wir alle wissen: Die Energieforschung spielt eine Schlüsselrolle beim Kampf gegen den Klimawandel. Und deshalb möchte ich diese Gelegenheit nutzen und Ihnen sagen: Das Bundesforschungsministerium ist in der Energieforschung ein verlässlicher Partner und das wird auch künftig so bleiben. Lassen Sie uns die Energiewende engagiert und konsequent zu Ende denken. Lassen Sie uns jetzt die Energiewende entschlossen umsetzen. Lassen Sie uns mit grünem Wasserstoff Klimaschutz durch Innovationen schaffen. So kann die Konvergenz der Systeme gelingen.
Mehr Informationen zum Thema gibts hier!
Quelle:bmbf.de



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