Die perfekte Zerstörung

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Die perfekte Zerstörung

Ganz schön futuristisch sieht es in der Werkstatt von Johannes Grau in Notzingen aus. Bunt blinkende Leitungen leuchten dem Besucher aus einem präzise zerschnittenen Auto entgegen. Regelrecht seziert wurde der Toyota Mirai. Das Besondere: Es ist das Hybrid-Modell. Durch einen Unfall wurde ein Teil des Brennstoffszellen-Fahrzeugs zerstört, seine einzigartigen technischen Merkmale wurden dabei glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen. Den „überlebenden“ Rest der Wasserstoff-Limousine zu verschrotten, schien den Verantwortlichen zu schade. Deshalb wurde das Automobil für seine zweite Karriere als Model von Franziska Richter und Wolfgang Eisenhardt, Mitarbeiter der Firma Grau Schnittmodelle in Notzingen, vorbereitet. So präpariert kann das technische Innenleben bestens zur Schau gestellt werden.Räder, Fahrgestell und sämtliche Antriebstechnik liegen wie ein offenes Buch vor dem Betrachter. Der Fachmann erkennt sofort die Finessen. Vom Wasserstoff-Tank ist Wolfgang Eisenhardt restlos begeistert. Derartiges Material hat er in seinem langen Berufsleben als „Schnitter“ noch nicht zu bearbeiten bekommen. „Das Material ist brutal fest. Wir mussten erstmal ein Werkzeug finden, um es bearbeiten zu können“, erzählt er. Learning by doing war hier das Motto. „Wir stellen die Wasserstoff-Tanks selbst her. Es gibt einen extra Webstuhl dafür, denn Toyota kommt ursprünglich aus der Webstuhlfabrikation und -technologie“, erklärt Widger Falk, Produkt Manager New Technology bei Toyota in Deutschland. Der Name Mirai kommt nicht von ungefähr, es ist japanisch und heißt Zukunft. Die in unterschiedlichen Farben leuchtenden Schläuche sind bewusst gewählt. Orange beispielsweise verdeutlicht den Energiefluss, also wie der Strom von der Brennstoffzelle eingespeist wird. Bremst der Autofahrer oder lässt das Fahrzeug einfach rollen, wird die Energie wieder zurück in die Batterie transportiert. Die einfachere Variante dieser Technik ist der Dynamo am Fahrrad. Überall im Innenleben des Mirai finden sich Sensoren. Die Reaktion zwischen Sauerstoff und Wasserstoff muss kontrolliert stattfinden, sie wandelt sich in Strom um. 700 Bar entstehen so in diesem System - eine übliche Druckluftanlage kommt mit zehn Bar aus, ein Autoreifen hat zwischen drei und fünf. Obwohl zunächst ein Verlust, ist der Unfallwagen ein Gewinn geworden. Fasziniert nehmen die Menschen die eingebaute Technik genau unter die Lupe. Man kann das Auto von allen Seiten betrachten. „Es ist alles original, die Technik wurde greifbar gemacht, und man sieht die Konstruktionsmerkmale“, sagt Widger Falk. Sie für den Betrachter dreidimensional erlebbar zu machen war die Aufgabe von Franziska Richter und Wolfgang Eisenhardt. Insbesondere „Franzi“ brachte viele Stunden mit dem Mirai zu, hat viel geschnitten und lackiert. Es ist ihr Meisterstück geworden, ihr Baby - der Abschied von diesem besonderen Schnittmodell fiel ihr dementsprechend schwer. „Es ist sowohl von der konzeptionellen Machart - mit tollen Details - als auch von der handwerklichen Seite einfach perfekt geworden. Es ist ein wahres Meisterstück“, sind die Auftraggeber vom Ergebnis restlos begeistert.



Quelle: Der Teckbote



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