Bosch treibt Klimaschutz voran und ist bereit für Wasserstoff

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Bosch treibt Klimaschutz voran und ist bereit für Wasserstoff

Veröffentlicht von Bosch in Wirtschaft · 30 April 2020
Bosch Chef Volkmar Denner sagte zur Eröffnung der alljährlichen Bilanzpressekonferenz die dieses Jahr per Livestream stattfand. „Wir befinden uns in einem Ausnahmezustand, auch bei Bosch gibt es derzeit so vieles, was es noch nie gegeben hat und vor Corona unvorstellbar war“. Von den weltweit nahezu 100 Werken seien zum Beispiel noch 63 im Shutdown, alleine in Deutschland sind mehr als die Hälfte der Mitarbeiter momentan in Kurzarbeit tätig. Aktuell bereitet sich das Unternehmen systematisch auf den schrittweisen Hochlauf der Fertigung vor. „Unser Ziel ist ein synchronisierter Hochlauf der Fertigung und die Sicherung der Lieferketten insbesondere in der Automobilproduktion. In China ist uns dies bereits gelungen. Unsere rund 40 Werke vor Ort produzieren wieder und die Lieferketten sind stabil. In den übrigen Regionen arbeiten wir mit Hochdruck daran.“

Bosch stellt sich auf Rezession ein
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr und die Corona-Pandemie rechnet Bosch mit erheblichen Herausforderungen für die Weltwirtschaft: „Wir stellen uns auf eine globale Rezession ein, die auch unsere Geschäftsentwicklung 2020 deutlich belasten wird“. Bei der Automobilproduktion rechnet Bosch aktuell für 2020 auf Basis der bislang bekannten Effekte mit einem Minus von mindestens 20 Prozent. „Es bedarf größter Anstrengungen, um zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen“.

Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie
„Wo immer möglich, wollen wir unser Know-how in die Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie einbringen, etwa mit unserem neu entwickelten Covid-19-Schnelltest und unserem Analysegerät Vivalytic. Die Nachfrage ist sehr groß. Wir tun alles, um die Produktion deutlich zu steigern und werden sie gegenüber den bisherigen Planungen bis Jahresende verfünffachen.“ Bosch will 2020 mehr als eine Million Schnelltests produzieren, im nächsten Jahr sollen es drei Millionen sein. Das Analysegerät Vivalytic soll ergänzend zu den bisherigen Labortests zunächst in Krankenhäusern und Arztpraxen und dort vor allem zum Schutz des medizinischen Personals eingesetzt werden, für das die rasche Verfügbarkeit der Testergebnisse in weniger als zweieinhalb Stunden entscheidend ist. Eine europaweite CE-Kennzeichnung erwartet Bosch bis Ende Mai. Ein noch schnellerer Test, der in weniger als 45 Minuten eine Covid-19-Erkrankung verlässlich ermitteln kann, befindet sich in der Endphase der Entwicklung.

Mund-Nasen-Schutz: 500.000 Masken pro Tag
Darüber hinaus hat Bosch bereits die Fertigung von Mund- und Nasenschutzmasken aufgenommen. Schon jetzt stellen 13 Werke in neun Ländern, von Bari in Italien über Bursa in der Türkei bis hin zu Anderson in den USA, in Eigeninitiative solche Masken für ihren lokalen Bedarf her. Außerdem baut das Unternehmen derzeit zwei vollautomatische Fertigungslinien am Standort Stuttgart-Feuerbach auf – weitere Linien folgen in Erbach (Odenwald) sowie in Indien und Mexiko. Insgesamt können pro Tag mehr als 500.000 Masken produziert werden.

Klimaschutz: Bereit für Wasserstoff
Trotz der aktuell herausfordernden Situation hält Bosch seinen langfristigen, strategischen Kurs: bezüglich der Klimaschutzziele und den Aktivitäten zum Ausbau der nachhaltigen Mobilität. „Wenngleich andere Themen gegenwärtig im Fokus stehen, dürfen wir die Zukunft unseres Planeten nicht aus dem Blick verlieren“, sagte Denner. Das Ziel Ende 2020 an weltweit allen 400 Standorten klimaneutral zu sein, werde man erreichen. Bezogen auf eine nachhaltige Mobilität ist laut Denner eine breite Technologieoffensive wichtig, die nicht nur einen batterieelektrischen Weg vorgibt, sondern neben effizienten Verbrennungsmotoren vor allem auch E-Fuels und Brennstoffzelle berücksichtigt. Der Unternehmenschef forderte für die Zeit nach der Coronakrise einen mutigen Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft und in die E-Fuels-Produktion. Nur so kann seiner Einschätzung nach Europa bis 2050 klimaneutral werden. „Heutige Wasserstoff-Anwendungen müssen raus aus den Reallaboren und rein in die Realwirtschaft“, sagte Denner. Der Klimaschutz beschleunigt den Strukturwandel in vielen Branchen. „In der Automobilindustrie genauso wie in der Gebäudetechnik gewinnt Wasserstoff an Bedeutung. Hierauf ist Bosch sehr gut vorbereitet“, erklärte Denner. Für den Einsatz in Fahrzeugen bereite man bereits mit dem Partner Powercell die Industrialisierung des Stacks einer mobilen Brennstoffzelle vor. Die Markteinführung ist für 2022 geplant. Das Unternehmen will sich damit auf einem weiteren Wachstumsmarkt erfolgreich positionieren: Bereits 2030 könnte jedes achte neuzugelassene schwere Nutzfahrzeug mit einer Brennstoffzelle ausgestattet sein.

Elektrifizierung des Produktportfolios
„Elektrische Lösungen im Zeichen des Klimaschutzes werden die bisher dominierende Verbrennertechnik im Auto zunächst nur ergänzen können“, betonte Denner weiter. Deshalb treibe Bosch die Weiterentwicklung der Antriebstechnik technologieoffen voran. Laut der Marktforschung von Bosch werden auch 2030 zwei von drei Neuwagen Diesel oder Benziner sein, mit oder ohne Hybrid. Bosch setzt sich deshalb für erneuerbare Kraftstoffe ein, da auch der bereits vorhandene Fahrzeugbestand einen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten müsse. Sogenannte E-Fuels, also synthetische Kraftstoffe, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien erzeugt werden, könnten den Verbrenner CO2-neutral machen. Laut Denner wäre es deshalb ein zielführender Ansatz, E-Fuels auf den Flottenverbrauch anzurechnen, anstatt die CO2-Regulierung für die reinen Fahrzeugemissionen weiter zu verschärfen. Insgesamt will Bosch Marktführer in der Elektromobilität werden. Dazu investiert der Zulieferer in seinen Werken Eisenach und Hildesheim in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro in die Produktion elektrischer Antriebssysteme.

Quelle / Bild: bosch-presse.de



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