Alle reden übers E-Auto, aber hat Wasserstoff vielleicht das größere Potenzial?

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Alle reden übers E-Auto, aber hat Wasserstoff vielleicht das größere Potenzial?

Veröffentlicht von Administrator in Börse/Finanzen · 19 Februar 2020
Tags: BörseNelAsaBallardPowerH2Brennstoffzelle
Wasserstoffaktien bekommt seit 2019 wieder mehr Aufmerksamkeit.
Das war bereits zur Jahrtausendwende schon einmal so , ein Absturz ließ denn auch nicht lange auf sich warten.
Einer der Protagonisten von damals, Ballard Power, kostet heute rund 10 Euro je Aktie, im März 2000 stand sie bei 139 Euro.
Es war ein rapider Absturz, aber nicht nur, denn es ging bis unter einen Euro, Insofern hat das Papier sich bereits wieder mehr als verzehnfacht.
Auch andere Wasserstoffaktien profitieren von dem Trend. Nel ASA, Plug Power oder FuelCell haben alle gewaltig zugelegt.
Droht also wieder eine Überhitzung? Kommt der nächste Absturz?
Nein, denn sowohl gemessen an den historischen Höchstständen wie auch am Potential der Technologie ist noch viel Luft nach oben.
Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis Wasserstoff-Brennstoffzellen die Batterielösung für die Elektromobilität zumindest in manchen Bereichen verdrängt haben werden, aber es ist davon auszugehen, dass dies passieren wird.
Brennstoffzellen werden in Fahrzeugen genutzt, um Strom zu erzeugen, der dann einen Elektromotor antreibt. Sie ersetzen also die Batterien, deren Kapazität derzeit der begrenzende Faktor für den Durchbruch der E-Fahrzeuge darstellt.
Dies wird vor allem auf Langstrecken interessant. In Städten, wo geringe Strecken zurückgelegt werden und dann sofort wieder Ladestationen verfügbar sind, mag sich die Batterielösung durchsetzen. Auf Strecken über 400 Kilometern aber wird sich die Brennstoffzelle etablieren.
Und mehr: Auch für die Logistik der Zukunft werden Brennstoffzellen eine wichtige Antriebskraft sein.
Auch wichtig in diesen bereichen, der flüssige Wasserstoff kann deutlich schneller getankt werden, als etwa die Elektroautos mit Batterien nachgeladen werden können. Brennstoffzellen werden natürlich auch Gebäude jeglicher Art mit Strom versorgen können, somit auch Industrieunternehmen, die üblicherweise einen hohen Stromverbrauch haben. Experten gehen davon aus, dass bereits Mitte der 2020er-Jahre Brennstoffzellen auch was die Kostenseite angeht, den reinen Elektrofahrzeugen ebenbürtig sind. Und danach sogar deutliche Kostenvorteile herausarbeiten.
Dazu sind noch einige technische und infrastrukturelle Hürden zu nehmen. Heute ist es nur bedingt wirtschaftlich, Wasserstoff zu erzeugen, denn immer noch muss deutlich mehr Energie hineingesteckt werden, als in Form von Wasserstoffbrennwert herauskommt. Dazu kommt, dass der Wasserstoff unter hohem Druck gelagert werden muss, was die Kosten treibt. Auch fehlt noch ein lückenloses Tankstellennetz, das wird sich aber in den kommenden Jahren ändern. Und bereits heute bauen etwa Toyota oder Hyundai Wasserstoffautos in Serie. Mit dem zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren Energien Wind und Sonne wird es in Zukunft auch deutlich wirtschaftlicher, grünen Strom zur Wasserstoffgewinnung einzusetzen und sich damit eine Lager- und Transportfunktion zu schaffen.
Wasserstoffaktien bieten also die berühmte zweite Chance: Wie immer wurden die Aktien stark überbewertet, als der Hype losbrach.
Mit der Folge, dass die Aktien dramatisch abgestürzt sind. Jetzt ist auf soliderem Fundament der Wiederaufstieg möglich. Aber auch hier sind Vorsicht und gute Research notwendig. Denn heute ist noch nicht absehbar, welche Firmen zu den Gewinnern gehören werden, wer vielleicht abstürzen wird oder wer sich alleine gar nicht durchsetzen kann. Das aber lässt durchaus Raum für die Erwartung, dass mancher Autohersteller oder auch Zulieferer bei den Brennstoffzellenunternehmen einsteigen wird. Bosch etwa hat sich bereits eingekauft, weitere Übernahmen sind durchaus zu erwarten. Und das oder auch schon die Erwartung dessen, treibt wie immer die Kurse. Wasserstoffaktien werden zu den besten Performern 2020 gehören. Allerdings sollten sich Anleger mehrere Aktien aus dem Sektor zulegen, um das Risiko zu streuen.
Quelle: Focus.de



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